50 Jahre Soldatenbetreuung in den OASEn Faßberg & Rotenburg

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Faßberg & Rotenburg (W.) – In diesem Jahr feiern die OASEn – Haus Schlichternheide und Haus am Luhner Forst ein besonderes Ereignis: Fünf Jahrzehnte erfolgreiche Betreuungsarbeit für Soldaten. Grund genug, dies mit einem Festakt in den Soldatenheimen im niedersächsischen Faßberg und Rotenburg (Wümme) zu würdigen und gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Bundeswehr, Seelsorge und anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu feiern.

Insgesamt mehr als 150 geladene Gäste aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens folgten den Einladungen der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS) und den Kuratorien der beiden Häuser, um deren 50-jähriges Bestehen mit einem Festakt am 22. Oktober in Faßberg und 23. Oktober in Rotenburg (W.) zu würdigen.

„Ein Soldatenheim möchte ein besonderes Angebot sein. Es will nicht Kantine, nicht Gaststätte, nicht Spiel-Kasino sein, sondern möchte für jeden zum Haus der offenen Türen werden.“, so lautete bereits vor fünfzig Jahren der Wunsch des Evangelischen Militärpfarrers Lothar Pahlow. Betrachtet man diesen Satz aus der heutigen Perspektive, lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass diesem Wunsch Rechnung getragen wurde. Beide Betreuungseinrichtungen waren und sind stets ein Haus der offenen Türen und seit 1968 fester Bestandteil der Gemeinde Faßberg und der Kreisstadt Rotenburg (W.). Sie sind nicht nur Begegnungsstätte für die Angehörigen der Bundeswehr und den vor Ort und in der Umgebung lebenden Menschen, vielmehr sind sie ein Rückzugsort abseits des Kasernentors.

„Oasen dienen den Menschen zum Ausruhen, zum Auftanken und zur Erholung – und oftmals auch zum Feiern.“, so lautete die Botschaft des Leitenden Militärdekans und Stellvertretenden EAS-Vorsitzenden Armin Wenzel in seiner Andacht zu Beginn des Festaktes in Faßberg. Er verwies dabei auf die biblische Quelle der Oase und die Bedeutung der OASEn in den Einsatzländern, die ein Ort der Heimat sind. „Sie bieten eine kleine Auszeit, um auf andere Gedanken zu kommen.“

Diese Worte fanden auch beim Vorsitzenden der EAS eine Wiedererkennung. So betonte Generaloberstabsarzt a.D. Dr. Ingo Patschke in seinem Grußwort die Wichtigkeit des Hauses und berichtete aus eigener Erfahrung im Einsatz, dass „die OASEn ein Kontrapunkt für die Seele gegenüber den visuellen Begebenheiten, die man in Afghanistan erleben muss, sind“. Dabei bedankte er sich für die gute Zusammenarbeit zwischen dem Kuratorium des Hauses, dem Bundeswehrstandort und der Gemeinde Faßberg. Die OASE – Haus Schlichternheide ist „nicht nur ein Haus der Soldaten, es dient der Verzahnung mit der Zivilbevölkerung“, so Patschke weiter, bevor er sich bei Geschäftsführer Dierk Zierau für das Einbringen seines Engagements mit einem „Geburtstagsgeschenk“ bedankte.

Auch Oberst Georg von Harling, Kommandeur Technisches Ausbildungszentrum der Luftwaffe und Standortältester Faßberg, sowie Oberstleutnant Rüdiger Eckert, der stellvertretend für den Kommandeur Transporthubschrauberregiment 10 „Lüneburger Heide“ sprach, hoben in ihren Reden die Wichtigkeit dieser Betreuungseinrichtung hervor.  Besonderen Dank richtete von Harling an die Militärseelsorge für die Unterstützung im In- und Ausland sowie für die Nutzung des Hauses, „was sich aktiv in die Betreuung der Soldaten hier vor Ort einbringt“. Ebenso betonte Richard Lindhorst, der Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl vertrat, dass die OASE ein Haus der offenen Türen ist, das nicht nur die kulinarische Landschaft der Gemeinde bereichert, sondern sich auch Jahr für Jahr mit vielen Veranstaltungen engagiert, wodurch die Gesellschaft enger zusammenrückt.

Unter anderem nahmen auch die neue Abteilungsleiterin Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen (IUD) im Verteidigungsministerium, Ministerialdirektorin Barbara Wießalla, die Abgeordnete des Deutschen Bundestages Kirsten Lühmann und der Referatsleiter Führungsstab der Streitkräfte (FüSK) III 2 im Bundesministerium der Verteidigung, Oberst André Abed, an der Jubiläumsveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen der Faßberger OASE teil.

Auch die Rotenburger OASE – Haus am Luhner Forst hatte zum 50-jährigen Bestehen geladen. Nach einer kurzen Andacht durch den Leitenden Militärdekan und Stellvertretenden EAS-Vorsitzenden Armin Wenzel, der seine Vikariatszeit in Rotenburg (W.) verbrachte, der mit geistlichen Worten die biblische Parallele der Oase hervorhob und diese mit der diesjährigen passenden Jahreslosung „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ beendete, wies EAS-Hauptgeschäftsführer Rolf Hartmann in seiner Begrüßungsrede darauf hin, wie wichtig es für die Soldaten ist, einen Ort zu haben, um miteinander Gemeinschaft zu verbringen. „Die OASE – Haus am Luhner Forst ist ein integraler, gemeinsamer Treffpunkt von Truppe, ziviler Bevölkerung und Militärseelsorge.  Direkt neben der Rotenburger Kaserne bietet das Haus eine Stätte, eine Heimat und ist ein Ort der offenen Türen.“ Weiter brachte er zum Ausdruck, dass sich der soldatische Alltag grundlegend verändert hat. „Er ist eher durch einsatzbedingte Abwesenheiten und viele Übungsverpflichtungen gekennzeichnet. Die Soldaten sind Pendler, die am Standort ihren Dienst tun.“ Abschließend stellte Hartmann hervor, dass der Kern des Soldatenheims die gute Gastronomie geworden ist und bedankte sich mit einem Präsent bei Pächter Matthias Müller für zwanzig Jahre Engagement und Einsatz in Gastronomie und Betreuung.

Im Anschluss folgte ein Grußwort des Stellvertretenden Kommandeurs des Jägerbataillon 91, Oberstleutnant Robert Pröse, der erst seit zwei Monaten am Standort stationiert ist. Er betonte, dass der Begriff „OASE“ einen Widererkennungswert hat und für Betreuung steht, die er bereits in sieben Auslandseinsätzen erlebt hat. Die Betreuung von Soldaten ist wichtig und „Betreuung wird erst wahrgenommen, wenn sie nicht mehr da ist“, so Pröse weiter. Andreas Weber, Bürgermeister der Stadt Rotenburg (W.), unterstrich in seinem Grußwort, dass er froh ist, dass dieses Soldatenheim in der Garnisonsstadt Rotenburg (W.) auch nach der Bundeswehrstrukturreform erhalten blieb. „Ein Soldatenheim ist eine „Heimstadt“ und ist Anker für sich selbst und miteinander.“, betonte Weber. Ferner hob er hervor, dass es die „Gemeinschaft innerhalb des Bundeswehrstandortes fördert“ und einen hohen Stellenwert bei den Rotenburger Bürgerinnen und Bürgern hat.

Für die musikalische Umrahmung der beiden Festakte sorgte Tom Ludwig, der unter anderem Songs von Phil Collins interpretierte, bevor die Veranstaltungen mit einem kleinen Empfang ausklangen.