Auf den Spuren der Vergangenheit…

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Gemeinsam mit dem Evangelischen Militärpfarramt Hannover und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge führte die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS) vom 16. bis 20. Oktober eine Rüstzeit für 21 Soldatinnen und Soldaten aus dem Standort Hannover durch.  

Den Startpunkt der 5-tägigen Rüstzeit setzte am Montag ein Besuch der Jugendbildungsstätte des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im niederländischen Ysselsteyn. Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte Militärpfarrer Martin Jürgens gemeinsam mit EAS-Regionalreferent Dieter Hollinde die Teilnehmer und stellte den Ablauf der folgenden Tage vor.

Der erste Programmpunkt war bereits für den Nachmittag angesetzt worden. Bei einer Führung über die deutsche Kriegsgräberstätte in unmittelbarer Nähe der Unterkunft, tauchten die Frauen und Männer durch Schilderung mehrerer Einzelschicksale in die Geschichte des Friedhofes und der über 31.000 dort begrabenen deutschen Soldaten, Zivilisten und holländischen Kollaborateure ein.

Der Dienstag führte die Soldatinnen und Soldaten in das belgische Örtchen Emael. Dort besichtigte die Gruppe die ehemalige Festung EBEN EMAEL, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs durch deutsche Fallschirmjäger binnen weniger Stunden eingenommen werden konnte.

Auch der Folgetag führte die Rüstzeitteilnehmer nach Belgien. In der kleinen Ortschaft Willebroek wurde das ehemalige Fort Breendonk besichtigt, welches bis zur Kapitulation Belgiens im Mai 1940 das Hauptquartier der belgischen Armee war. Die deutsche Geheime Staatspolizei (Gestapo) richtete im September 1940 im Fort das „Auffanglager Breendonk“ ein, welches bis zur Befreiung im Herbst 1944 zum Zentrum der Gestapo-Aktivitäten in Belgien und Nordfrankreich wurde. Während dieses Zeitraums waren dort 3.532 Menschen inhaftiert,  wovon etwa die Hälfte nicht überlebte. Lediglich 458 Personen wurden wieder entlassen. Zahlreiche Angehörige des belgischen Widerstandes wurden von dort aus in deutsche Konzentrationslager deportiert.

Am Nachmittag stand ein Besuch der belgischen Hafenstadt Antwerpen auf dem Programm. Dort genossen die Feldjäger das gute Wetter in der Altstadt oder beim Shopping im modernen Teil Antwerpens, bevor es am frühen Abend wieder zurück zur Unterkunft ging.

Die niederländische Hauptstadt Amsterdam war am letzten Programmtag das Ziel der Rüstzeitteilnehmer, wo für alle die Möglichkeit bestand, diese pulsierende Metropole zu erkunden. Auf dem Weg dorthin konnte in Soest das im Jahr 2014 neu eröffnete Niederländische Militärmuseum besichtigt und ein Eindruck von der Geschichte des niederländischen Militärs gewonnen werden. Besonders die vielen Exponate und die multimediale Ausstellung begeisterten die Frauen und Männer und ließen die Zeit wie im Flug vergehen.

Die Rückmeldungen der Teilnehmer zeigten, dass die informative Reise in die Vergangenheit bei allen nachhaltige Spuren hinterlassen hatte. Der tiefe Einblick in die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs und das geschichtliche Erleben an authentischen Orten machten für alle die gemeinsame Woche zu einem Erlebnis, welches noch nachwirken wird. Aber auch die geselligen Abende am Lagerfeuer und beim Grillen schweißten die Gruppe zusammen und sorgen für viele entspannte und lustige Momente.