Bergfest mit Jesse Cole

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Erbil/Nordirak. Anfang März reiste Jesse Cole zu einem Konzert für die Bundeswehr in den Irak nach Erbil. Mit Unterstützung der OASE-Einsatzbetreuung, einer gemeinsamen Initiative von Evangelischer Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS) und Katholischer Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS), besuchte der Country-Musiker die deutschen Soldatinnen und Soldaten des 7. Deutschen Einsatzkontingents.

Es war bereits sein zweiter Besuch, nachdem er im vergangenen Oktober zum Tag der Deutschen Einheit im nordirakischen Feldlager Erbil vor 450 Frauen und Männer ein Konzert gab. Nachdem der Bühnenaufbau und die Technik abgeschlossen waren, folgten einige Soundchecks und die Veranstaltung konnte pünktlich um halb sieben in der OASE-Betreuungseinrichtung beginnen. Für alle war es ein ganz besonderer Abend: Es war ‚Bergfest‘. Gemeinsam mit Country-Musiker Jesse Cole feierten die Soldatinnen und Soldaten die Halbzeit ihres Auslandseinsatzes.

Jesse Cole erzählt über sich und warum er zum zweiten Mal die Truppe in Erbil besuchte: „Als ich im Oktober letzten Jahres zum ersten Mal hier war, hatte ich die Gelegenheit, mich mit vielen Soldatinnen und Soldaten zu unterhalten. Dabei ging es mir in erster Linie um die fehlende Anerkennung in Deutschland der im Auslandseinsatz stationierten Bürger in Uniform. In voller Montur arbeiten sie sechseinhalb Tage die Woche bei brütender Hitze und wenn sie dann nach Hause kommen, werden sie nicht wie in anderen Ländern herzlich willkommen geheißen. Das kann ich einfach nicht verstehen.“, sagt Cole. Die vielen Gespräche über die Nichtanerkennung der Leistung haben ihn dazu berührt einen Song zu schreiben. ‚No welcome band‘ spiegelt nicht nur das wider, was die Frauen und Männer denken und empfinden, sondern auch seine Sichtweise der Dinge. „Dieser Song soll produziert und dazu ein Video gedreht werden“, erklärt der Sänger und Gitarrist weiter. Cole möchte, dass der gesamte Erlös den Familien von gefallenen Soldaten zu Gute kommt – insbesondere den Kindern.

Sänger und Gitarrist Jesse Cole

Insgesamt hat Jesse Cole an diesem Abend drei Sets gespielt. Dabei bestand sein Hauptprogramm überwiegend aus Country- und Rock’n‘Roll-Musik und natürlich seinen eigenen Songs. So hat Cole, neben Hits wie „Jolene“ von Dolly Parton, diverse Wünsche erfüllt und obendrein noch ein Ständchen für ein Geburtstagskind gesungen. Bei den Bundeswehrangehörigen kam die Musik sehr gut an, sodass sie dabei ein wenig abschalten konnten. „Gesamt gesehen war es ein sehr gelungener Abend. Viele haben sich bedankt, dass ich unter Verzicht auf Gage und unter eigenem Risiko da war. In der Zeit hatte ich die Möglichkeit viele persönliche Gespräche zu führen und am Samstag am Frühstücksgottesdienst teilzunehmen, bevor ich am Sonntag wieder nach Deutschland zurück flog.“, so Cole.

Die OASE-Einsatzbetreuung engagiert sich seit über 20 Jahren in der Unterstützung der im Einsatz befindlichen Frauen und Männer und organisiert regelmäßig Veranstaltungen in den Feldlagern der Bundeswehr, welche gut ins Einsatzgeschehen passen. Darüber hinaus betreibt sie in großen Einsatzfeldlagern gastronomische Betreuungseinrichtungen – die OASEn als Stätten der Gastlichkeit, der Erholung und der Kultur. Aus deren Einnahmen können, neben Events wie beispielsweise Konzerte von Jesse Cole, auch immer wieder Lieferungen mit Freizeitequipment für die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz realisiert werden, um sich von ihrem fordernden Dienst zu erholen.