„Trauma – wenn Kinder mitleiden“

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Göhren/Rügen. Unter diesem Thema stand ein einwöchiges Pilotprojekt der AG 3 des Netzwerkes der Hilfe. Sechs Familien von im Dienst traumatisierten Soldaten nahmen daran vom 8. bis 13. Oktober 2018 in Göhren auf Rügen teil.

Unter der fachlichen Leitung von Militärdekan Christian Fischer hat ein insgesamt elfköpfiges Betreuerteam ein vielfältiges Angebot für die Familien angeboten. Das Besondere an diesem Projekt war nicht nur die erstmalige Durchführung, sondern vor allem auch die vollständige Finanzierung der Kinder- und Jugendfreizeit durch die Mitglieder der AG 3.

Bei schönstem Wetter und hervorragenden Rahmenbedingungen im Haus am Südstrand des Bundeswehr-Sozialwerks erwartete die Familien ein vielseitiges Programm. Im Fokus standen in dieser Woche die Kinder und Jugendlichen mit ihren Belastungen. Ihnen wurden unter fachkundlicher Leitung verschiedenste Stabilisierung-und Stärkungsübungen angeboten, die dann, flankiert von vielen spielerischen Angeboten, mit ihnen eingeübt wurden.

Parallel dazu wurden die Eltern, ebenfalls unter fachkundlicher Leitung, für die Gefühle und Bedürfnisse ihrer Kinder sensibilisiert. Ihnen wurden ergänzend Unterstützungsangebote für eine altersgerechte Gesprächsführung vorgestellt. Die Wahrnehmung der familiären Situation aus der Perspektive eines Kindes bildete hierbei den Ausgangspunkt für etwaige Veränderungen.

Gemeinsame Erlebnisse, sei es sportlich in Form einer Strandolympiade oder als Klettererlebnis beim Erklimmen eines selbstzubauenden Getränkekistenstapels, rundeten das Angebot ab.

Die Rückmeldung der Teilnehmenden war ausnahmslos positiv. Zwei Sätze fassen die Woche beeindruckend und prägnant zusammen: „Ich habe meine Kinder schon lange nicht mehr so glücklich und unbeschwert spielen sehen.“ „Meine Kinder haben das erste Mal seit Monaten wieder einmal durchgeschlafen.“

Alle Teilnehmenden, seien es die Familien aber auch die Betreuer, danken den Mitgliedern der AG 3 im Netzwerk der Hilfe für das Ermöglichen dieser Maßnahme. Ein zweites Pilotprojekt im Jahr 2019 ist, vorbehaltlich einer gesicherten Finanzierung, geplant. Nachdem für diese erste Maßnahme Familien aus dem Norden und dem Osten Deutschlands durch den Sozialdienst der Bw vorgeschlagen wurden, soll die Folgeveranstaltung 2019 Familien im Westen und Süden erreichen. Die Auswahl der Familien durch die Mitarbeitenden des Sozialdienstes Bw hat sich aus Sicht der Organisatoren bewährt.

Über das Netzwerk der Hilfe:

Das Netzwerk der Hilfe besteht aus vier Arbeitsgruppen, die sich mit den Themenbereichen Hinterbliebene, Einsatzschädigung & PTBS, Einsatzbetreuung für Familien & Angehörige und die Wertschätzung unserer Soldaten befassen. Einsatzgeschädigten aktiven und ehemaligen Soldatinnen und Soldaten, Reservistinnen und Reservisten sowie deren Familien die vielfältigen Hilfsangebote und Unterstützungsmöglichkeiten anzubieten, ist eine der Aufgaben der Arbeitsgruppe 3 im Netzwerk der Hilfe. In der Arbeitsgruppe 3 sind sowohl bundeswehreigene Bereiche wie zum Beispiel der Sozialdienst der Bundeswehr als auch viele der Bundeswehr nahestehende Organisationen, Vereine und Stiftungen vertreten, die Hand in Hand zusammenarbeiten. Die zahlreichen Angebote der bundeswehrnahen Organisationen, Vereine und Stiftungen ergänzen die Angebote der Bundeswehr. Um individuelle Lösungen zu finden, stimmen wir unsere Angebote innerhalb der Arbeitsgruppe 3 ab. Wir helfen schnell, direkt, flexibel und individuell in schwierigen Situationen.

Text: Bundeswehr/ Axel von Bredow