Segelabenteuer auf dem IJsselmeer – ein unvergessliches Vater-Sohn-Erlebnis

IJsellmeer/Holland/In See. Vom 03. bis 08. August 2025 fand die diesjährige Vater-Sohn-Segelfreizeit der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS) im niederländischen Enkhuizen statt. Mit dabei waren 19 Väter und 25 Söhne, die an Bord der Schiffe „EENSGEZINDHEID“ und „NIRWANA“ in See stachen. Begleitet wurden sie von Regionalreferent Dieter Hollinde und Regionalbetreuer Boris Broers.

Die vier Tage auf dem Wasser waren geprägt von starkem Wind und hohen Wellen, doch gegen Ende der Woche zeigte sich auch die Sonne. Wer die Stimmung dieser Freizeit am besten nachempfinden möchte, sollte einen Blick in das Logbuch der Crew werfen – hier haben die Teilnehmenden alle Erlebnisse dieser aufregenden Tage festgehalten.

Segelfreizeit auf dem IJsselmeer – Logbuch der NIRWANA

Ankunft und Einschiffen:

Es ist wieder Sommer und es begab sich, dass viele Väter mit ihren Söhnen die Reise in unser westliches Nachbarland antraten, um sich an Bord zu begeben und mit der NIRWANA für fünf Tage auf große Fahrt zu gehen.

In Enkhuizen waren dann um 20:30 Uhr alle an Bord und unsere Skipperin Irene konnte uns eine erste Einweisung für das Leben an Bord geben. Gemeinsam mit Matrose David erzählte sie uns von Dingen, die in die Toilette dürfen und welche nicht, dass am Rand des Schiffes Wasser ist und man somit Gefahr läuft, in dieses zu fallen, wenn man nicht aufpasst.

Nach der Einweisung kamen dann die Lebensmittel an und Smutje Kevin sorgte gemeinsam mit Reiseleiter Dieter dafür, dass alles seefest verstaut wurde. Danach ging es aber in den gemütlichen Teil über, bei dem sich die Besatzung einmal beschnuppern und kennenlernen konnten. Gegen Mitternacht wurde es dann langsam ruhig auf dem Schiff und alle freuten sich auf den ersten Seetag, der vor uns lag.

Tag 1 in See

Dieser begann zu unterschiedlichsten Zeiten. Der, zugegebenermaßen, herrliche Sonnenaufgang blieb dem Großteil der Crew, dank des Schlafes der Gerechten, verborgen. Lediglich zwei vom jeweiligen Hobby getriebene Leichtmatrosen konnten das Naturschauspiel genießen. Dank der kameradschaftlichen Einstellung derselben konnte der Rest der Crew und teilweise sogar Daheimgebliebene dennoch von den Erlebnissen partizipieren.

Nach einer umfangreichen Einweisung wagte Irene entgegen jedweder Vernunft mit uns bunt zusammengewürfelten Haufen von Landratten und Leichtmatrosen in See zu stechen. Bereits beim Verlassen des Hafenbeckens hieß es „Segel hoch“.

Wir verabschiedeten uns von Enkhuisen und nahezu zur gleichen Zeit auch von dem hellen Gestirn, welches wir bereits im ersten Absatz so lobend erwähnten.

Der Wind trieb uns voran und in Richtung offene See. Lediglich von einem kleinen Zwischenstopp an der Stevensluis unterbrochen. Dieses Wunderwerk der Technik wurde erfolgreich passiert und schon war der Weg offen für nahezu unendliche Weiten. Im Übrigen leider immer noch in Ermangelung von Sonnenschein. Die Wellen peitschten an unser Schiff und dieses strotzte den Mächten der Natur. Zwar wurden wir von unserem Begleitschiff kurzfristig auf den zweiten Platz verwiesen, diese Schmach konnten wir aber Dank Irenes Segelkünsten in der Nähe der Insel Texel ungeschehen machen. Auch leichte Verletzungen wurden ohne Murrren und Knurren von einem der jüngsten Matrosen in Kauf genommen. Hier bewies wieder einmal unser Reiseleiter seine universelle Einsetzbarkeit und leistetet physische wie auch psychische erste Hilfe. Letztendlich legten wir aber souverän neben der Rival im Hafen von Texel an und warteten geduldig auf die EENSGEZINDHEIT.

Dann konnte die Insel erkundet werden. Insbesondere der Fußballplatz und der Supermarkt wurden als Sehenswürdigkeiten mit hohem Interesse geadelt.

Kevin, unser Smutje, konnte diese Herrlichkeiten nur bedingt genießen, da er im Schweiße seines Angesichtes in der Küche für unser Wohlbefinden schuftete. Anzumerken sei an dieser Stelle vielleicht noch, dass vermutlich niemand an Bord an diesem denkwürdigen Segeltag eine Feuchtigkeitscreme benutzen musste.

Tag 2 in See

Der zweite Segeltag startete recht ruhig. Da das Ablegen erst gegen 11:30 Uhr geplant war, sollte das Frühstück auch erst um 9 Uhr beginnen. So hatte die Mannschaft Zeit sich von den Anstrengungen des Vortages zu erholen. Um 11 Uhr ging es dann aber schon los mit den Vorbereitungen zum Ablegen.

Der Wind und der zu erwartende Seegang führte dazu, dass wir uns an diesem Tag recht einheitlich kleideten. Die niederländische Nationalfarbe orange war die vorherrschende Farbe an Deck. Die Rettungswesten sorgten zwar nicht für Begeisterung aber doch für etwas Sicherheit.

Nach kurzer Fahrt mit dem Motor setzten wir das Großsegel und starteten in Richtung Makkum. Aufgrund der recht fortgeschrittenen Zeit stand natürlich das Mittagessen bald an. Smut Kevin sorgte mit einer nicht geringen Menge an Hefeteig und zugehöriger Hackfleischmischung dafür, dass kleine und große Matrosen doch recht viele Teigtaschen formen durften, die bei etwas Seegang dann frittiert werden sollten. Der Hunger der Besatzung war zwar groß, reichte aber nicht aus, um die großen Mengen zu verspeisen. Gut, gibt es den Rest eben abends.

Segeltechnisch sorgten ein paar Halsen für Abwechslung. Am Nachmittag erreichten wir dann die Schleuse und fuhren in das Ijsselmeer ein. Von da aus waren es nur noch wenige Minuten bis nach Makkum, wo wir etwas entfernt vom Schwesterschiff EENSGEZINDHEID anlegen konnten.

Nach kurzem Aufräumen an Deck und der Abschlussbesprechung von Skipperin Irene ging es dann an Land. Neben diversen Besorgungen stand vor allem der Besuch der örtlichen Eisdiele an. Hier war schnell klar, dass man Eis auch essen kann, wenn es nicht warm ist. Auf dem Rückweg konnte die historische Schleuse in Makkum noch bestaunt werden, bevor wieder einmal Essen anstand. Neben den schon erwähnten Teigtaschen gab es Lachs aus dem Backofen. Als alle satt waren, stand fest, dass es auch am Folgetag noch einmal Teigtaschen geben wird, da sie einfach nicht alle werden.

Am Ende des Tages wartete noch ein wunderschöner Sonnenuntergang auf uns, den wir zwischen den Schauern genießen konnten. Mal schauen, was der dritte Seetag bringen wird. Kurs ist gesetzt nach Hoorn im Markermeer.

Tag 3 in See

Von Makkum nach Hoorn. Recht früh wurden nach dem Frühstück die Leinen losgeworfen. Nach der Ausfahrt aus dem Makkumer Kanal konnte die Mannschaft recht schnell die Segel setzen. Der Wind meinte es gut mit uns und so konnten wir ohne weitere Segelmanöver die Schleuse bei Enkhuizen erreichen. Segel runter – fix geschleust – und Segel wieder hoch. Weiter ging es Richtung Hoorn. Die Sonne hat es den Tag über leider nicht so gut mit uns gemeint und so war es an Bord doch recht frisch. Nach einer Wende erreichten wir den Hafen von Hoorn in dem neben uns bereits die doch beeindruckend große Soeverein festgemacht hatte und ein recht lautes Fest an Deck feierte. Irene erklärte uns, dass das Kap Hoorn damals nach dem Städtchen Hoorn benannt worden ist, da die Stadt in früheren Zeiten der zentrale Seehafen der Niederlande war und niederländische Seefahrer den Weg um die Südspitze Südamerikas entdeckt und entsprechend benannt hatten.

Ein Riesenrad in der Skyline von Hoorn lockte die Mannschaft dann noch in die malerischen Gassen der Stadt. Neben jeder Menge Geschäften gab es natürlich auch wieder einige Eisdielen zu entdecken. Lecker… Besonders spannend war jedoch der Aufbau der „Kermis“. Inmitten der engen Gassen und Plätze der Stadt wurden Karussells, Geisterbahnen und andere Buden aufgebaut, die dann leider erst ab dem Samstag bis zu 50.000 Besucher am Tag in die kleine Stadt lockt. Da waren wir leider zwei Tage zu früh dran. Der Abend klang dann bei leckeren Getränken an Deck der NIRWANA aus.

Tag 4 in See

Ausschlafen vor dem letzten Törn war angesagt. Aufgrund des kurzen Weges in den Heimathafen sollte es erst gegen 9:30 Uhr Frühstück geben und um 13 Uhr dann „Leinen los“. So hatten die kleinen und großen Seebären noch einmal die Chance, Hoorn ausgiebig zu erlaufen. Natürlich kehrten viele mit Beute zurück. Ob Spielzeug oder Süßes, kaum ein Laden war sicher vor uns.

Um 13 Uhr ging es dann zum letzten Mal auf große Fahrt in Richtung Enkhuizen. Kurz vor der Schleuse wurde dann aber doch noch einmal geankert. Dann hieß es nur noch: „Alle Mann von Bord!“. Das kalte Wasser des Markermeers wurde von den meisten kleinen, aber auch einigen großen Matrosen genutzt, um sich noch einmal richtig abzukühlen.

Auf dem folgenden Weg durch die Schleuse fand dann noch die kleine Version des Seemannssonntags statt. Kuchen und Kekse für die Mannschaft.

Abends noch das traditionelle Grillen, bevor die letzte Nacht an Bord und die Heimreise anstanden.

Auf ein Wiedersehen in 2026!

Geschrieben von der Besatzung der NIRWANA im August 2025

Unser Dank geht an alle Väter und Söhne sowie das Fallschirmjägerregiment 31 aus dem niedersächsischen Seedorf. Ohne die beiden Köche, die uns begleiten durften, wäre das Essen wohl eher mager ausgefallen.