IJsellmeer/Holland/In See. Vom 26. Juli bis zum 01. August 2026 wurde das IJsselmeer erneut zum Revier für eine ganz besondere Vater-Sohn-Segelfreizeit der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS). 17 Väter und 25 Söhne machten sich auf den Weg nach Enkhuizen, um an Bord der „NIRWANA“ und der „EENSGEZINDHEID“ gemeinsam Wind, Wellen und niederländische Gewässer zu erobern.
Für die Crew der NIRWANA begann das Abenteuer mit dem Einschiffen, dem Verstauen von Proviant und Gepäck und dem ersten Kennenlernen an Bord. Begleitet von Skipperin Irene und Matrose David hieß es bald: Segel setzen, Seemannschaft beweisen und gemeinsam eine unvergessliche Zeit erleben. Unterstützt wurden die Crews dabei von Regionalreferent Dieter Hollinde und Regionalbetreuer Boris Broers.
Was folgte waren Tage voller kräftigem Wind, hoher Wellen, gemeinsamer Arbeit, guter Gespräche und jeder Menge Spaß. Zwischen Seemannsgarn der „alten Hasen“, kulinarischen Höhepunkten und echten Herausforderungen auf dem Wasser wuchs die Crew immer mehr zusammen. Und auch wenn das Wetter zunächst wenig sommerlich daherkam, zeigte sich gegen Ende der Fahrt die Sonne von ihrer besten Seite.
Dieses Logbuch nimmt uns mit an Bord der NIRWANA und lässt die Reise noch einmal aus Sicht der Crew lebendig werden. Es erzählt von kleinen und großen Abenteuern, besonderen Momenten und Begegnungen – und davon, was passiert, wenn Väter und Söhne gemeinsam in See stechen.
Also: Klar zum Ablegen – und viel Spaß beim Lesen des Logbuchs!
Segelfreizeit auf dem IJsselmeer – Logbuch der NIRWANA
Tag 1 in See
Der erste Tag in See startete leider recht nass und kühl. Doch irgendwann konnten wir gemeinsam mit dem Schwesterschiff „EENSGEZINDHEIT“ unsere Reise antreten. Ziel unserer Reise sollte Harlingen sein. Dies bedeutete, dass wir das IJsselmeer durchqueren und durch die Schleuse in das Wattenmeer einfahren mussten.
Auf dem Weg zur Schleuse hatte der Wettergott so ziemlich alles für uns bereit, was es brauchte, um aus Segelneulingen Experten zu machen. Es gab Regen, viel Wind, wenig Wind, Sonne und manchmal auch alles gleichzeitig. Doch nach einigen Anweisungen unseres Matrosen David hatten wir das Wetter im Griff und Skipperin Irene war, zumindest in Ansätzen, mit unserer Leistung zufrieden.
Nach einer mehr als kleinen Stärkung in Form von „Toast Hawaii“ ging es am späteren Nachmittag durch die Schleuse. Vor uns lag nun die Nordsee. Noch einmal die Segel hoch und wir erreichten den Hafen der Stadt Harlingen. Hier konnte Irene gute Tipps geben, wo und wie große und kleine Seeleute glücklich gemacht werden. Man traf sich also an der nächsten Eisdiele.
Vergessen werden sollte nicht das Abendessen von unserem Smut. Kevin bereitete uns ein leckeres Schollenfilet mit Kartoffeln, Bohnen und Sauce. Erkenntnis des Abends für viele kleine Seeleute: Fisch und Bohnen sind gar nicht einmal so schlecht.
Um am nächsten Tag nicht zu viel Gewicht an Bord zu haben, wurden diverse gebunkerte Getränke direkt in Harlingen wieder verbraucht. Dieses Mal bei besserem Wetter und mit dem fast vollen Mond am Himmel. Plan für den nächsten Tag: Kurs auf Terschelling!
Tag 2 in See
Der zweite Tag auf See startete bei bestem Wetter. Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem obligatorischen Morgenappell von Skipperin Irene stachen wir in See.
An diesem Morgen waren wir allerdings nicht allein. Eine ganze Armada machte sich von Harlingen mit uns auf den Weg in Richtung der westfriesischen Inseln. Nachdem die Fähre uns überholt hatte, ging es unter Segeln in Richtung Terschelling!
Unter Deck bahnte sich unterdessen Großes an: Die Hefe hat ihren Job erledigt und die Mischung aus Mehl, Wasser, Zucker und Salz wuchs zu stattlicher Größe an. Gemehlte kleine Hände formten nun Unmengen an Teiglingen. Bei 80 Stück hörten wir auf zu zählen. Auf dem Herd erreichte das Öl mittlerweile seinen Siedepunkt und nahm die Teiglinge dankbar auf. Nach einer knappen Stunde hatten wir perfekt frittierte Langos, die nun mit Schinkenwürfel und Soße bedeckt den Weg in die Mägen der hungrigen Seeleute fanden.
Da die Winde gut waren, erreichten wir Terschelling bereits am frühen Nachmittag. Auch für Terschelling hatte Irene so einige Tipps bereit, so dass wir gemeinschaftlich die Eisvorräte des empfohlenen Eisverkäufers erfolgreich reduzieren konnten.
Die fehlende Einkaufsmöglichkeit am Folgetag (stay tuned) sorgten dann für kurzfristige Hektik. Eilig wurden die Getränkevorräte geprüft und der Besitzer des hiesigen Sparmarktes freute sich über ein wenig zusätzlichen Umsatz.
Um 20 Uhr waren dann alle wieder an Bord. Grund war nicht ein plötzliches Ablegen, sondern die Ansage des Smuts, dass das Essen vom Rumstehen nicht besser werden wird. Kurze Zeit später waren fast alle Hühnerbrüste, Nudeln und zweieinhalb Kilo Brokkoli vernichtet.
Danach folgte dann… Ach, lest doch einfach nochmal, womit das Einschiffen und der erste Seetag endete!
Tag 3 in See
Auf in den dritten Seetag!
Nach kurzen Landgängen und dem Frühstück ging es in Terschelling um 10 Uhr los. Gemeinsam mit der EENSGEZINDHEID ging es bei sehr wenig Wind ins Wattenmeer.
Einen Zielhafen soll es heute nicht geben, da wir auf dem Meer ankern und die Nacht dort verbringen werden. Bevor wir in See stechen konnten, gab es aber noch etwas zu feiern!
Der Matrose Bennett feierte an Bord seinen 11ten Geburtstag! Dank dem fürsorglichen Vater gab es neben dem Geschenk auch noch einen Kuchen für das Geburtstagskind und die gesamte Mannschaft. Das Geburtstagsständchen gab es dann natürlich auch noch.
Nach kurzer Fahrt, die auch mit dem Motor unterstützt wurde, erreichten wir eine Sandbank zwischen Oost-Vlieland und Harlingen. Ein kurzer Ruck und unser stolzes Schiff lag auf Grund. Nur wenige Meter entfernt lag das Schwesterschiff auf derselben Sandbank.
Nun wurde die Leiter angebracht und die Seeleute nahmen ein Bad im hüfthohen Wasser. Große und kleine Seebären nutzten die Möglichkeit zum Abkühlen und schwammen um die Schiffe herum oder planschten vergnügt zwischen den Schiffen herum.
Eigentlich hätten Sie auch das dreckige Geschirr mitnehmen können, was in der Küche auf den Abwasch wartete. Heute gab es als „kleinen“ Snack „Pulled Pork“ im Brötchen. Danke an den Koch, der wieder einmal dafür sorgte, dass wir uns genussvoll die Rettungsringe auf den Hüften füllen konnten. Das Abendessen in Form von Gyros gab es dann noch auf der Sandbank.
Direkt danach ging es dann mit dem Motor weiter in Richtung Schleuse. Die Nacht verbrachten wir dann auf See gemeinsam mit unserem Schwesterschiff. Der Sonnenuntergang war leider durch ein paar Wolken verdeckt. Dafür ging der Vollmond rosarot neben unserem Schiff auf und sorgte danach für eine gute Beleuchtung des Decks.
Morgen geht es dann auf den letzten Törn zum Heimathafen Enkhuizen.
Tag 4 in See
Der letzte Seetag begann mit einem wunderschönen Sonnenaufgang über dem Wattenmeer. Nachdem die Seeleute, mehr oder weniger wach, aus ihren Kojen gekommen sind, gab es erst einmal Frühstück – heute mit Rührei.
Nach dem Lichten des Ankers ging es bei bestem Wind ohne Verzögerung zur Schleuse. Hier verließen wir das salzige Wattenmeer und fuhren ins IJsselmeer ein, wo es unter vollen Segeln weiter in Richtung Enkhuizen ging.
Mittlerweile hatten viele Hilfsköche unser Mittagessen bereits fertig gemacht. Es gab Beljashi. Wir nannten es „Männerbrötchen“.
Der Wind flaute auf dem Weg zwar etwas ab, aber das Ziel des Tages kam unaufhörlich näher. Einen Zwischenstopp sollte es aber noch geben: eine Badepause kurz vor Enkhuizen! Hier konnten alle Wasserratten noch einmal direkt von Bord springen und sich im Wasser des IJsselmeeres etwas abkühlen.
Zum Ende des Tages versammelten sich dann beide Schiffsbesatzungen zum gemeinsamen Grillen.
Vielen Dank an Schiff und Besatzung für eine ereignisreiche Woche!

















