Logbuch Nordhessen: Vom Hallenbad ins „Edersee-Atlantis“

Edersee/Hessen. Die Welt unter Wasser fasziniert. Doch vor dem schwerelosen Gleiten durch die Tiefe steht eine fundierte Ausbildung. Unter diesem Motto luden die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS) und das Evangelische Militärpfarramt Fritzlar zu einem Tauchkurs ein. Zwölf Bundeswehrangehörige nutzten die Gelegenheit, vom 01. bis 05. Juni den Grundtauchschein, das IAC Open Water Diver Brevet (OWD), zu erwerben. Unter der fachkundigen Leitung der IAC-Tauchlehrer Horst Schmalz und Ulf Stracke führte der Weg die Teilnehmenden von der Theorie bis zu den ersten anspruchsvollen Freiwassertauchgängen.

default

Der Kurs begann in der historischen Altstadt von Bad Arolsen. Auf dem Lehrplan standen die physikalischen Grundlagen des Tauchens, darunter Gasgesetze, Dekompressionslehre sowie Aufbau und Funktion der Tauchausrüstung. Schnell wurde deutlich, dass ein solides Verständnis dieser Zusammenhänge die Grundlage für sicheres Tauchen bildet.

Die ersten praktischen Übungen fanden im Korbacher Hallenbad statt. Dort machten sich die Teilnehmenden mit ihrer Ausrüstung vertraut und trainierten grundlegende Fertigkeiten wie Tarierung, Atmung und Notfallübungen. Diese Ausbildungseinheiten schufen die Basis für die anschließenden Tauchgänge im Freiwasser.

Der Edersee bot hierfür ideale Bedingungen. In mehreren Freiwassertauchgängen konnten die angehenden Taucherinnen und Taucher das Erlernte unter realen Bedingungen anwenden. Mit Tiefen von über 30 Metern und zahlreichen Unterwasserattraktionen zählt der Edersee zu den bekanntesten Tauchrevieren Deutschlands. Ein besonderes Highlight war das sogenannte „Edersee-Atlantis“ mit seinen versunkenen Bauwerken und historischen Überresten. Zwischen alten Mauern, Brückenresten und der heimischen Unterwasserwelt verbesserten die Teilnehmenden ihre Fertigkeiten und gewannen zunehmend Sicherheit unter Wasser.

Für einige Teilnehmende endete die Ausbildung nicht mit dem Erwerb des OWD-Brevets. Sie absolvierten zusätzlich die Ausbildung zum Advanced Open Water Diver (AOWD) und erweiterten damit ihre Kenntnisse und Fähigkeiten.

Im Mittelpunkt standen dabei Spezialgebiete wie Unterwassernavigation, Notfallmanagement und Tieftauchen. Diese Ausbildung verlangt ein hohes Maß an Konzentration und Verantwortungsbewusstsein, insbesondere bei Tauchgängen in größeren Tiefen. Die Taucher meisterten die zusätzlichen Anforderungen erfolgreich und konnten ihre Qualifikation entsprechend erweitern.

Mit dem erfolgreichen Abschluss dürfen die neuen Open Water Diver weltweit selbstständig bis zu einer Tiefe von 18 Metern tauchen. Die Absolventen des Advanced Open Water Diver verfügen künftig über erweiterte Berechtigungen für Tauchgänge bis 30 Meter Tiefe.

Eine intensive und abwechslungsreiche Ausbildungswoche ging für alle Beteiligten viel zu schnell zu Ende. Neben den Ausbildungsinhalten trugen auch das gemeinsame Rahmenprogramm und die kameradschaftliche Atmosphäre zum Erfolg der Veranstaltung bei. Während der Oberflächenpausen blieb ausreichend Zeit für Gespräche, Erfahrungsaustausch und gemeinsames Beisammensein.

Regionalbetreuer Bernd Lindau bedankte sich bei den Tauchlehrern Horst Schmalz und Ulf Stracke sowie bei allen Unterstützern, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.

Ein Teilnehmer brachte seine Eindrücke abschließend auf den Punkt: „Beim Tauchen bleibt alles über der Wasseroberfläche. Die Woche war rundum gelungen, und ich habe nicht einmal an meinen Dienstposten gedacht.“

Das durchweg positive Feedback zeigt, dass die Veranstaltung ihr Ziel erreicht hat. Der Wunsch nach einer Neuauflage im Jahr 2027 wurde von vielen Teilnehmenden bereits deutlich geäußert.