Einmal kurz Durchatmen: Eine Auszeit am See

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Beelitz, 23. August 2020 – Wegen der Coronavirus-Pandemie ändert die Bundeswehr die Abläufe ihrer Grundausbildung, da es noch zu riskant wäre, die Rekrutinnen und Rekruten an den Ausbildungsstandorten auf engem Raum zusammenzufassen. Das betrifft auch die Allgemeine Grundausbildung im Logistikbataillon 172 aus Beelitz. Mittlerweile wurden Ausbildungsleitlinien für die Zeit der Corona-Krise erarbeitet. Ausbildende Verbände sollen sich an diesen Leitlinien orientieren. Unter diesen Vorzeichen sind die gemeinschaftlichen Freizeitangebote der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS) eine große Stütze, bieten kurzweilige Unterhaltung und besitzen zudem teamstärkende Eigenschaften.

Text und Bilder: Hauptfeldwebel Sven Karsten

Um nach Möglichkeit eine Verbreitung von COVID-19 in der Truppe zu vermeiden, wurde der physische Dienstantritt für die Rekrutinnen und Rekruten verschoben. Die zuvor angeordnete „häusliche Absonderung vor Dienstantritt“ sei daher nicht mehr erforderlich, so das Ministerium. Am jeweiligen Wohnort müssten allerdings unbedingt die einschlägigen Bestimmungen der Länder und Kommunen zur Eindämmung der Pandemie beachtet werden. Die Bundeswehrangehörigen werden von ihren jeweiligen Einheiten ständig zum neuesten Stand von COVID-19 informiert. Die Grundausbildung wird zunächst von drei Monaten auf sechs Wochen verkürzt, wobei die Wochenenden genutzt werden, um Dienst zu leisten und im Anschluss durchlaufen die „Auszubildenden“ eine ergänzende Ausbildung. Dieses Modell gilt zunächst auf unbestimmte Zeit.

Auch wenn sich die Anforderungen durch COVID-19 für die Menschen in der Bundeswehr erheblich geändert haben, sind es die Soldatenbetreuungseinrichtungen, die in diesen Zeiten auf beeindruckende Art und Weise modern und auch heimatbildend für die Soldatinnen und Soldaten da sind. Wie begegnet man diesen Herausforderungen und wie schafft man hier und jetzt sinnvolle Freizeitangebote? Die EAS organisiert bundesweit, kulturelle, sportliche und weiterbildende Veranstaltungen, die nicht nur den Heimatsinn ansprechen sollen, sondern den Gemeinschafts- und Teamgeist stärken.

Der Begriff Heimat verweist auf die Beziehung zwischen Menschen und Raum. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er auf den Ort angewendet, in den ein Mensch hineingeboren wird und in dem die frühesten Sozialisationserlebnisse stattfinden, die zunächst Identität, Charakter, Mentalität, Einstellungen und Weltauffassungen prägen. Für die Angehörigen der Allgemeinen Grundausbildung aus Beelitz, stellt das die Basis dar. Einige Rekruten haben diesen Geburtsort, ihre Heimat, verlassen um den Dienst in der Bundeswehr anzutreten. In den nächsten, ausbildungsintensiven Wochen ist das Logistikbataillon 172 für alle Rekruten die militärische Heimat. Eine große Umstellung und eine Herausforderung, denen man mit jeder Menge an zeitgemäßen Freizeitaktivitäten begegnen kann.

Ein gut funktionierendes Team ist das wertvollste Kapital eines Unternehmens. Erst zufriedene, motivierte Mitarbeiter, tragen maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Ganz klar: Dieses Wissen zieht natürlich auch militärische Ausbilder heran. Teambuildings sind für ein jedes Unternehmen eine wahre Herausforderung. Besonders dort, wo ein ständiger Mitarbeiterwechsel stattfindet oder wo die Teams mit Problemen zu kämpfen haben, machen Methoden und Maßnahmen des Teambuildings am meisten Sinn. Die Rekruten aus dem Logistikbataillon 172 aus Beelitz waren daher ausnahmslos begeistert von der Tatsache, dass sich in unmittelbarer Nähe ihres Standortes, mehrere Badeseen befinden und dass es die EAS gibt, die die unterschiedlichsten gemeinschaftlichen Freizeitangebote zusammen mit den Betreuungsbüros an den Standorten organisieren kann. So wurde für die Allgemeine Grundausbildung eine Tretboottour auf dem Seddiner See, ein Badesee in unmittelbarer Nähe der Joachim von Zieten Kaserne, durch das Team des Betreuungsbüros und der ansässigen Bootsvermietung am Seddiner See, durchorganisiert. Tretbootfahren ist nicht jedermanns Sache, das Angebot der EAS, hatte aber zusätzlich Stand-Up-Paddling im Repertoire. Die Reaktionen der jungen Teilnehmer waren daher berechenbar: Am See angekommen sprangen sie direkt in die Badesachen und hinein in das Vergnügen! Ein kameradschaftliches Beisammensein zum Ende der Veranstaltung rundete diesen Tag ab. EAS und Bundeswehr: Ein starkes Team!